TONSPUR für einen öffentlichen raum
Klangarbeiten im MuseumsQuartier Wien
Ein Projekt von Georg Weckwerth und Peter Szely


TONSPUR 83
Mario Verandi [AR]*
Theatrum Sonorum, 2019**

8-Kanal Klangarbeit, 7-teilige Bildstrecke Dauer 15:00 min
Konzept, Aufnahmen, Komposition: Mario Verandi
Musiker: Dina Bolshakova (Cello), Lucía Yanzón (Geige)
Fotos Passagengalerie: Germán Aranda
Produktion: TONSPUR Kunstverein Wien für die Reihe
TONSPUR für einen öffentlichen raum
*72. TONSPUR-Artist-in-Residence im Q21/MQ
**Gewidmet meinen Eltern, Chela und Mario, Bewohner des Theaters.





20.12.19–29.02.20
TONSPUR_passage / Q21 (MQ Wien)
Museumsplatz 1, 1070 Wien
Täglich 10–20h
Eröffnung: Do 19.12.2019, 17h
Einleitende Worte:
Georg Weckwerth [Künstlerischer Leiter TONSPUR Kunstverein Wien]
Josseline Black-Barnett [Künstlerin und Kritikerin] – lesen







THEATRUM SONORUM
„... ein leeres Theater vermittelt mir ein gespenstisches Gefühl: es kommt mir vor, als ob all die Gegenstände und Maschinen plötzlich wieder lebendig würden. Und die Stimmen all der Schauspieler und Opernsänger, die je auf dessen Bühne standen, anfingen in den Logen und Rängen zu tuscheln ...“ (frei nach Luigi Pirandellos Oper, „Sechs Personen suchen einen Autor“, 1924)

Meine Stück beruht auf Tonaufnahmen aus dem Teatro Municipal de San Nicolás. Es handelt sich um ein Theater nach italienischem Stil, das 1908 eröffnet wurde und bis heute eines der schönsten Theater Argentiniens ist. Seine Ausstattung – die Sitze, Spiegel, Vorhänge etc. – stammen von der Wiener Firma Gebrüder Thonet und wurden importiert. Die Stiegen sind aus italienischem Marmor aus Carrara. Rafael Barone, ein bekannter italienischer Künstler, der etwa 1883 nach Buenos Aires kam, malte die Deckenfresken. Die Eröffnungsgala fand am 10. August 1908 mit einer Aufführung der Oper „Manon Lescaut“ von Giacomo Puccini durch die Compania Lirica Italiana Di Bernabei statt.
Mein Urgroßvater, ein italienischer Einwanderer, der als Arbeiter am Bau des Theaters beteiligt war, wurde später dort Hausmeister. Für ihn und seine Familie wurde eigens eine Wohnung eingerichtet. Seit damals wohnten vier Generationen meiner Familie in diesem Theater. Bis heute verbleiben dort jene Teile der originalen Bühnenapparaturen und Objekte, die nicht ausgetauscht wurden. Beispiele hierfür sind das Seil, das den Vordervorhang hebt und senkt, einige der Sitze und Türen, eine Wendeltreppe aus Metall sowie Wind- und Lichteffektmaschinen. Mein Stück enthält unter anderem Musikpassagen aus „Manon Lescaut“, die gemeinsam mit den MusikerInnen erarbeitet wurden.

Mario Verandi

BIOGRAPHIE
Mario Verandi, geboren 1960 in San Nicolás, Argentinien, lebt und arbeitet in Berlin. 72. TONSPUR-Artist-in-Residence im Q21/MQ.
marioverandi.de












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TONSPUR 83 PASSAGENGALERIE
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