TONSPUR für einen öffentlichen raum
Klangarbeiten im MuseumsQuartier Wien
Ein Projekt von Georg Weckwerth und Peter Szely


TONSPUR 56
Georg Klein [D]*
Der gelbe KlangTS, 2012
Hommage an Kandinsky
Klang-Licht-Text-Installation
Adaption der Installation „Der gelbe Klang2“ [ZKM Karlsruhe] für die
TONSPUR_passage im MuseumsQuartier Wien
8-Kanal-Audio, Farbwand/Gelbes Licht, 7-teilige Posterreihe
Text: Wassily Kandinsky
Stimme [russisch/deutsch]: Sergej Newski
Länge 10.15 min
*41. TONSPUR-Artist-in-Residence im quartier21/MQ



26.11.12–23.02.13
MuseumsQuartier Wien
TONSPUR_passage [zwischen MQ Hof 7 und 8]
Täglich 10–20h
Eröffnung: So 25.11.12, 17h
Einleitende Worte:
Georg Weckwerth [Künstlerischer Leiter TONSPUR]


TONSPUR IN BERLIN
TONSPUR_TRIBUTE TO JOHN CAGE





DER GELBE KLANGTS. HOMMAGE AN KANDINSKY
Vor 100 Jahren veröffentlichte Wassily Kandinsky [1866–1944] im Almanach „Der blaue Reiter“ einen Text, der als ein Gründungsmanifest der Klangkunst gelten kann, zumindest als deren Vorahnung. Sein Text „Über Bühnenkomposition“ dient als Vorrede zu einem geplanten Stück mit dem Titel „Der gelbe Klang“, und fordert nicht weniger als eine neue Verbindung der Künste, eine „innere“ Verbindung von „Klang, Farbe, Wort!...“ und Bewegung. Allein die Tatsache, dass Kandinsky Musik, Malerei, Theater und Ballett durch abstrakte Materialbegriffe ersetzt, weist weit in die Zukunft, und es scheint darin die Klangkunst als eine neue, intermediale Kunstform auf. Sein „Gelber Klang“ wurde zu seinen Lebzeiten jedoch nie realisiert.

Georg Klein, der vor allem für seine politisch provokanten KlangKunst-Arbeiten im öffentlichen Raum bekannt ist, verweist mit dieser Arbeit auf die historischen Ursprünge dieser Kunstgattung, und überführt Kandinskys Ideen in eine aktuelle, klangkünstlerische Form. Ausgangspunkt ist ein abstraktes „gelbes Rauschen“, das analog zu dem aus der Akustik bekannten „weißen“ und „rosa Rauschen“ kreiert wurde und langsam zu „Dreiecken“ geformt in konkrete Klanggestalten übergeht. Die Dreiecksform, die Kandinsky sehr stark mit der Farbe Gelb assoziiert hat, tritt auch als raumakustische Konstellation auf, innerhalb derer sich dann ein zentraler Satz aus Kandinskys Text herausschält, als Klanglaute in russisch und deutsch, gesprochen von dem Komponisten Sergej Newski.
Der Übergang von der Konkretion zur Abstraktion, wie sie bei Kandinsky um 1910 zu beobachten ist, wird hier zum musikalischen Thema, sowohl in den Klängen wie auch in dem gesprochenen Text, der durch eine 7-teilige, gelbe Posterreihe ergänzt wird, auf der 4 durchlaufende Zeilen aus Kandinskys Text zu lesen sind. Das Gelb des Raumes wurde Kandinskys Bild „Improvisation 10“ entnommen, und so schließen sich „Klang, Farbe, Wort“ raumbezogen zusammen und können in der Bewegung darin von den PassantInnen erfahren werden.


BIOGRAPHIE
Georg Klein, geboren 1964 in Öhringen, Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin.
georgklein.de









Bundeskanzleramt Kunst


TONSPUR 56
Text folgt...
Georg Weckwerth, November 2012

PASSAGENGALERIE
Gestaltet von Georg Klein –