TONSPUR für einen öffentlichen raum
Klangarbeiten im quartier21/MQ in Wien
Ein Projekt von Georg Weckwerth und Peter Szely

Wechselnde Klangarbeiten und Live-Performances internationaler
KünstlerInnen im öffentlichen Raum des MuseumsQuartier Wien.
Ihre mehrkanaligen, das übliche Stereobild aufhebenden Kompositionen
erschaffen faszinierende Klangarchitekturen und begehbare Tonräume.


TONSPUR 36
Dawn Scarfe [GB]*
Do You Hear What I Hear?, 2010**
8-Kanal-Komposition
Länge endlos
*24. TONSPUR-Artist-in-Residence im quartier21/MQ
**unterstützt von Electra, London



23.08.10–27.11.10
MuseumsQuartier Wien
TONSPUR_passage [zwischen MQ Hof 7 und 8]
Täglich 10–20h
Eröffnung: So 22.08.10, 17h
Einleitende Worte:
Georg Weckwerth [Künstlerischer Leiter TONSPUR]
Hannah Schwegler [Musikwissenschaftlerin] – lesen


TONSPUR IN BERLIN






DO YOU HEAR WHAT I HEAR?
Der TONSPUR_passage entströmen geheimnisvolle äolische Klänge, deren Tonwert sich allmählich verändert. Das Tonmaterial wurde im Zuge eines Experiments gesammelt: einer von Hermann von Helmholtz’ Forschungsarbeiten inspirierten Suche nach Tönen in Fahrbahngeräuschen.
Es wurden acht Aufnahmen gleichzeitig gemacht, wobei die mit unterschiedlichen akustischen Filtern versehenen Mikrophone am Rand einer Straße positioniert wurden. Diese Filter funktionieren wie Helmholtz-Resonatoren, indem sie im ‚Gleichklang‘ mit bestimmten Tönen der Umgebungsgeräusche vibrieren, diese verstärken und deutlich hörbar machen.
Das Verfahren, aus bloßen Geräuschen Signale zu abstrahieren, entspricht dem Akt des Hörens selbst, der die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte des Hörbaren erfordert. Vielleicht verlangt auch das Hören von uns, im ‚Gleichklang‘ zu sein: sich auf das zu Hörende einzustimmen.

Dawn Scarfe, August 2010

BIOGRAPHIE
Dawn Scarfe, geboren 1980 in Darlington, England, lebt und arbeitet in London.
dawnscarfe.co.uk







TONSPUR 36
Mit der Britin Dawn Scarfe [*1980, Darlington, England] hält eine junge, aufstrebende Künstlerin Einzug in die TONSPUR-Reihe, die ihre künstlerische Arbeit mit beherztem Forschergeist paart.
Im Zentrum ihres Interesses, nicht erst für die TONSPUR 36 „Do You Hear What I Hear?“, steht dabei der deutsche Universalgelehrte Hermann von Helmholtz [1821-1894]. Er gilt als einer der vielseitigsten Naturwissenschaftler seiner Zeit. Als Physiker und Physiologe hat sich von Helmholtz u. a. intensiv mit der Physiologie des Hörens und Sehens beschäftigt. Er entwickelte eine mathematische Theorie zur Erklärung der Klangfarbe durch Obertöne, die Resonanztheorie des Hörens und darauf basierend 1863 „Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik“ [Wikipedia].
Inspiriert durch die Aktivitäten und Erkenntnisse Hermann von Helmholtz’, realisiert Dawn Scarfe als Artist-in-Residence im quartier21 eine Klangarbeit für die TONSPUR_passage auf Basis von acht simultanen Aufnahmen der Geräuschsituation an einer Straße. Mittels Einsatz von Filtern und Glasinstrumenten, die dem Prinzip des sogenannten Helmholtz-Resonators folgen [s. Künstlertext], erlebt man die aufgenommenen Töne nunmehr als einen ambienthaften Soundtrack – als TONSPUR für einen öffentlichen raum komponiert aus Geräuschen des öffentlichen Raums.
>>> Dawn Scarfe wird auch beteiligt sein an der im Dezember startenden Ausstellung TONSPUR_expanded ∞ Der Lautsprecher im freiraum quartier21 INTERNATIONAL. Die lange geplante TONSPUR mit Candice Breitz verschiebt sich terminlich bedingt auf 2011.

Georg Weckwerth, August 2010

PASSAGENGALERIE
Gestaltet von Dawn Scarfe –