TONSPUR für einen öffentlichen raum
Klangarbeiten im quartier21/MQ in Wien
Ein Projekt von Georg Weckwerth und Peter Szely

Wechselnde Klangarbeiten und Live-Performances internationaler
KünstlerInnen im öffentlichen Raum des MuseumsQuartier Wien.
Ihre mehrkanaligen, das übliche Stereobild aufhebenden Kompositionen
erschaffen faszinierende Klangarchitekturen und begehbare Tonräume.


TONSPUR 32
William Engelen [NL]*
Meine Klavierlehrerein Fräulein Grosch, 2009
8-Kanal-Komposition
Länge 76 min.
*22. TONSPUR-Artist-in-Residence im quartier21/MQ



30.11.09–20.02.10
MuseumsQuartier Wien
TONSPUR_passage [zwischen MQ Hof 7 und 8]
Täglich 08–20h
Eröffnung: So 29.11.09, 17.00h
Einleitende Worte:
Georg Weckwerth [Künstlerischer Leiter TONSPUR]
Julia H. Schröder [Musikwissenschaftlerin] – lesen








MEINE KLAVIERLEHREREIN FRÄULEIN GROSCH
ist eine Sammlung von Geschichten und Anekdoten von ehemaligen und heutigen Klavierschülern. Fräulein Grosch ist der Name der Lehrerin aus der ersten von mir aufgenommenen Geschichte. Die meisten Geschichten stammen aus Wien. Es sind unterschiedlich lange- und inhaltlich sehr verschiedenen Portraits, humorvoll, liebevoll, traurig, traumatisch oder frustriert. Diese sehr persönlichen Erinnerungen werden von ‚Feldaufnahmen‘ aus Klavierstunden begleitet, die ich in Wiener Musikschulen und Privatwohnungen aufgenommen habe.
William Engelen, November 2009

BIOGRAPHIE
William Engelen, geboren 1964 in Weert, Holland, lebt und arbeitet in Berlin und Rotterdam.
william-engelen.de






TONSPUR 32
Wer unsere Reihe mit Klangarbeiten in der TONSPUR_passage im quartier21/MQ aufmerksam verfolgt, wird bemerken, daß es von der TONSPUR 29 von Christina Kubisch zur aktuellen TONSPUR 32 von William Engelen einen Zahlensprung gibt. Die Erklärung dafür ist, daß TONSPUR seit Juli 09 einen zweiten Spielort besitzt, und zwar in Berlin. Dort entstanden für nicht irgendeinen Ort – es ist der Schloßplatz in Berlin/Mitte –, die Arbeiten Nummer 30 von Via Lewandowsky und 31 von Suk-Jun Kim [bis 30.01.10]. „Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere neue Spielstätte bei einem Berlin-Aufenthalt besuchen würden. Den genauen Standort sowie Hinweise zum Programm von TONSPUR IN BERLIN, finden Sie auf unserer neugestalteten Webseite berlin.tonspur.at.“
Von der TONSPUR 31 in Berlin zur TONSPUR 32 in Wien läßt sich inhaltlich eine schöne Brücke schlagen, haben doch der Koreaner Suk-Jun Kim und der in Berlin lebende Niederländer William Engelen jeweils mit einer Vielzahl von Menschen gesprochen, um Material für ihr Stück zu erhalten. Kim bat als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD Freunde und Bekannte, ein Lied aus Ihrer Kindheit für Ihn zu summen. Aus den Aufnahmen entstand „In Tune, Out of Tune“, das bei Erklingen dem vom Palast der Republik befreiten Schloßplatz eine Intimität verleiht, die von großem Reiz ist.
William Engelen (*1964 in Weert) hat die Zeit als quartier21-Artist-in-Residence in Wien dafür verwand, Geschichten zum Thema Klavierunterricht zu sammeln. (Nicht) ganz nebenbei entstand auch noch eine neue Komposition für Bratsche solo, „Verstrijken in Wien“. Die Uraufführung durch den Solisten Dimitrios Polisoidis [Klangforum Wien], im Rahmen der Vienna Art Week 2009, war von großer Faszination und eröffnete gleichzeitig die neue Spielzeit von TONSPUR für einen öffentlichen raum. „Meine Klavierlehrerin Fräulein Grosch“ wiederum beschließt das TONSPUR-Jahr 6 mehr als würdig. Ein exzeptionelles Werk eines großartigen und wahrlich grenzüberschreitend arbeitenden bildenden Künstlers, welches die Privatheit des Erlernens des Klavierspiels sowie Licht- und Schattenseiten einer oftmals mythisch verklärten (Wiener) Musiktradition, anhand sehr persönlicher Erzählungen öffentlich macht.
Georg Weckwerth, November 2009