TONSPUR für einen öffentlichen raum
Klangarbeiten im MuseumsQuartier Wien
Ein Projekt von Georg Weckwerth und Peter Szely


TONSPUR 71
Paul Plamper [D]*
Future Dealers, 2016
8-Kanal Klangarbeit, 7-teilige Bildstrecke
Dauer 20:59 min
Stimmen: Joseph Bowie, Lema Sikod,
Hans Broich-Wuttke, Cristin König
Konzept, Autor, Regie, Schnitt: Paul Plamper
Produktionsleitung, Regieassistenz, Schnitt: Hans Broich-Wuttke
Volontärin, Schnitt: Clara Risa-Berger
Produktion: TONSPUR Kunstverein Wien für die Reihe
TONSPUR für einen öffentlichen raum
Ausschnitt aus dem Song “Avoid the Funk (Defunkt)” mit
freundlicher Genehmigung von Joseph Bowie, Defunkt Music
Unterstützt durch den Deutschen Literaturfonds
*62. TONSPUR-Artist-in-Residence





12.08.16–29.10.16
Q21 (im MuseumsQuartier Wien)
TONSPUR_passage [zwischen MQ Hof 7 + 8]
Täglich 10–20h
Eröffnung: So 21.08.2016, 17h
Einleitende Worte:
Georg Weckwerth [Künstlerischer Leiter TONSPUR Kunstverein Wien]







FUTURE DEALERS
Sie sind hier. Sie sind aus der Zukunft. Und die Zukunft ist afrikanisch. Zwei Afronauten sind mit ihrem „Mothership“ in der TONSPUR_passage des MQ Wien gelandet und nehmen Kontakt zu den Passanten auf. Als Historiker aus der Zukunft arbeiten sie an einer Studie über die seltsame Spezies Mensch, die Europa im Jahr 2016 besiedelte. Sie erforschen die Wurzeln dessen, was sie die „Nation under a Groove“ nennen – der afrikanisch geprägten Weltnation der Zukunft. Von einem Passanten werden sie als Afrikaner zunächst für Drogendealer gehalten und rassistisch beschimpft. Doch als höher entwickelte Wesen aus der Zukunft sehen sie keine Unterschiede zwischen Hautfarben. Bei einer weiteren Passantin analysieren sie den verzweifelten Versuch, Unterschiede zu konstruieren. Ist Rassenunterscheidung in dieser Gesellschaft ein Fetisch, oder Teil eines primitiven Kults?
Die Afronauten zeigen der Frau ihr „Mothership“ und geben ihr einen Ausblick auf die Zukunft. Sie erklären, was die zukünftige Gesellschaft mit dem Groove zu tun haben wird. Funkmusik ist ein interaktives System, in dem es keine Hierarchie der musikalischen Elemente gibt. Die Afronauten sind auf der Suche nach ihren musikalischen Ursprüngen, die bis in die afro-amerikanische Musik der 1970er Jahre von Sun Ra und Parliament / Funkadelic zurückreichen. Die beiden erkundigen sich, in wieweit in Europa erste Anzeichen davon bekannt sind, dass sich die Zukunft des Planeten in Afrika entscheiden wird. Wissen wir von den heutigen informellen Parallel-Ökonomien wie „System D“ in Namibia, die sich gerade entwickeln, vorbei an der Macht korrupter Regierungen und neo-kolonialer westlicher Großunternehmen? Vom Exodus hunderttausender Portugiesen in die boomende Ökonomie Angolas? Die Afronauten versuchen herauszufinden, was in unserer Zeit schief lief, warum Europa später zur Problemprovinz des Planeten werden konnte.


BIOGRAPHIE
Paul Plamper, geboren 1972 in Ulm, Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin.
hoerspielpark.de











Bundeskanzleramt Kunst


TONSPUR 71 PASSAGENGALERIE
Zusammengestellt von Paul Plamper –